JOB-SHARING: Partnerschaftliche Führung hat viele Facetten

JOB-SHARING: Partnerschaftliche Führung hat viele Facetten

Zonta Switzerland and Liechtenstein (www.zonta.ch) tritt für JOB SHARING ein und fördert das Thema aktuell mit öffentlichen Vorträgen und Podiumsgesprächen in allen Zonta Clubs. Am 7. April 2015 hat Bettina Plattner-Gerber beim Zonta Club Engiadina einen Vortrag zum Thema „WENN PAARE UNTERNEHMEN FÜHREN oder: Partnerschaftliche Führung hat viele Facetten“ gehalten.

JOB SHARING (Arbeitsplatzteilung) heißt, zwei oder mehrere Personen teilen sich eine Stelle und ein Gehalt und bedeutet: Verantwortung teilen – in Beruf und Familie. Auch Paare, die gemeinsam ein Unternehmen führen und eine Doppelspitze bilden, teilen Verantwortung. „Partnerschaft und Unternehmensführung“ kann eine Form von JOB-SHARING sein.

JOB SHARING bietet für den Arbeitnehmer den Vorteil, die Arbeitszeit und -dauer individuell gestalten zu können. Dadurch ist JOB-SHARING gerade für Führungskräfte ein interessantes Chancen- und familiengerechtes Arbeitszeitmodell, denn bei guter Absprache der Partner ergibt sich eine hohe Flexibilität für familiäre Aufgaben.

Für den Arbeitgeber bedeutet Job Sharing
‒ einen Gewinn an Wissen,
‒ der Erhalt von Wissen beim Ausscheiden einer Arbeitskraft,
‒ die Synergie der Arbeitnehmer,
‒ mehr Kapazität bei hohem Arbeitsaufkommen und
‒ die bessere Möglichkeit, einen ausgefallenen Arbeitnehmer zu vertreten.

Für Unternehmen ergibt sich die Möglichkeit, hoch qualifizierte, dauerhaft zu besetzende, „typische“ Vollzeitstellen als solche zu behalten und mit zwei oder mehreren Arbeitnehmern (Job-Sharer) zu besetzen. So können z.B. auch „Teilzeit-Beschäftigte“ „Vollzeitprojekte“ übernehmen und eigenverantwortlich leiten. Herausfordernd können der erhöhte Kommunikations- und Informationsaufwand sowie die schwierige Neubesetzung eines Arbeitnehmers JOB-SHARUNG sein.

Ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Organisations- und Planungsvermögen sind Grundvoraussetzungen für dieses Arbeitsmodell. Sein Hauptnutzen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, kann nur realisiert werden, wenn

1. die „Chemie“ zwischen den Job-Sharern fachlich und persönlich stimmt,
2. zwischen ihnen und dem Arbeitgeber ein Vertrauensverhältnis besteht,
3. eine funktionierende Kommunikation und Information aller Beteiligten gewährleistet ist.

JOB-SHARING wird immer mehr von Arbeitnehmern nachgefragt damit Beruf und Privatleben besser vereinbart werden kann. Durch JOB-SHARING können trotz Teilzeitarbeit interessante Berufe und Funktionen mit Verantwortung ausgeübt werden. JOB-SHARING trägt somit entscheidend zur Förderung von Frauen in Führungspositionen bei. Aber auch die Männer haben sich verändert und JOB-SHARING ermöglicht es ihnen, ihre Rolle in der Familie verstärkt wahrzunehmen. Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie wird ausserdem zu einem Attraktivitätsmerkmal für Arbeitgeber werden. Bereits gibt es grosse Unternehmen, die sich das Thema „Beruf und Familie“ auf die Fahne geschrieben haben: z.B. die AXA Winterthur mit dem Arbeitsmodell „Flexwork“ oder die Allianz Suisse.

Quelle: Vortrag von Bettina Plattner-Gerber am 7. April 2015

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