Eine konfliktstoffträchtige Konstellation

Eine konfliktstoffträchtige Konstellation

Wiedemann / Mettler oder Mettler / Wiedemann? Nur der eine Name, oder nur der andere? Diese Frage stellt sich schon lange nicht mehr, denn es gibt nur noch den einen Begriff, das eine Markenkennzeichen: Wiedemann / Mettler. Das Bündner Künstlerpaar, das seine Wurzeln nicht verleugnet, das den Pfaden seiner Kindheit immer wieder folgt, das aber in Zürich lebt und sich einen anderen Lebens- und Schaffensumkreis nicht mehr denken kann.

Seit 2002 arbeiten sie zusammen, was einfacher klingt als es zunächst war. Eine erfolgreiche Einzelkünstlerin, die keinen Schritt von ihrem Weg abweichen will, und ein gestandener Architekt mit einem Lehrauftrag an der ETH, der in einer Künstlergemeinschaft mit der geliebten Partnerin „verschwinden“ soll – eine solche Konstellation birgt Konfliktstoff.

Ein Gemeinschaftswerk ist alles, was die beiden machen. Es gibt keine expliziten „Einzelarbeiten“. Bei allen Aufträgen oder Wettbewerbsbeteiligungen zeigte sich deutlich, wie sehr jeder der beiden Kunstschaffenden auf den anderen angewiesen war, wo jeder seine Stärken hatte, wo gegenseitige Unterstützung unumgänglich war. Ein Konkurrenzdenken gab es nie. Und trotz aller Gegensätze ist das Resultat eine Einheit, ein Ganzes, bei dem sich die Spuren der beiden verwischen und verschmelzen. Sie sprechen davon, wie unersetzlich sie sich beide in ihrer Arbeit – und in ihrem Zusammenleben – sind.

Schwungvoll, ideenreich und scheinbar alterslos beschreiten Wiedemann / Mettler ihren künstlerischen Weg.

 

(Foto: Porträtfotografie: Wiedemann Mettler, ©Wiedemann Mettler / Text: Gisela Kuoni)

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