Porträt 12. Die Wein- und Biobauer: Valérie Cavin Clavadetscher und Roman Clavadetscher

Porträt 12. Die Wein- und Biobauer: Valérie Cavin Clavadetscher und Roman Clavadetscher

Über das Paar
Valérie und Roman lernen sich 1995 zu Beginn des Studiums an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich kennen. Bereits nach kurzer Zeit ziehen sie zusammen. 2003 heiraten die beiden Agronomen. Gemeinsam haben sie einen Sohn (2006) und eine Tochter (2003). Sie arbeiten seit 2004 im landwirtschaftlichen Biobetrieb zusammen. Valerie und Roman setzen die Pioniertaten der Eltern fort und schreiben ein neues Kapitel Familiengeschichte.

Über das Unternehmen
Das Familienunternehmen von Valérie und Roman umfasst 16 Hektar Land. Sie haben rund 28 Mutterkühe, ca. 14 Pferde und 250 Hühner. Jährlich werden 20 Jungtiere und fünf Kühe für die Fleischverarbeitung geschlachtet. Im Bereich Wein produzieren sie 15‘000 Flaschen jährlich. Das landwirtschaftliche Unter-nehmen produziert Wein und Fleisch von hoher Qualität nach den Richtlinien von Bio Suisse. Romans Mutter hat sich nach der Unternehmensübergabe im Jahr 2004 fast ganz aus dem Unternehmen zurückgezogen. Der Vater von Roman ist seit der Übergabe zu 100 Prozent beim Unternehmerpaar als landwirtschaftlicher Mitarbeiter angestellt. Dadurch können Valérie und Roman zusätzlich auch noch auswärts arbeiten. Sie wissen, dass sie nicht so fest an den Rhythmus des Unternehmens gebunden sind. Valérie und Roman bilden einen Lehrling zum Landwirt aus. Dieser Lehrling wohnt auch im Haus der Familie Clavadetscher. Die Eltern von Roman wohnen gerade nebenan.

Das Führungsduo im Fokus
Valérie und Roman haben im Alltag viele verschiedene „Hüte“ auf, was ihre beruflichen Tätigkeiten anbelangt. Sie arbeiten extern in je einer ganz anderen Tätigkeit jeweils in einem 50 Prozent-Pensum. Valérie ist bei der Helvetas in Zürich angestellt. Roman ist als selbständiger Unternehmensberater tätig. Das landwirtschaftliche Familienunternehmen führen sie gemeinsam im Jobsharing. So übernimmt Valérie zum Beispiel den Verkauf und das Verpacken und Versenden von Wein und Fleisch. Sie ist weiter für die Administration und für die Bewirtschaftung des Rebberges verantwortlich. Sie bringt mit dem Schwiegervater auch die Schlachttiere zum Metzger und macht Führungen durch den Betrieb. Roman ist verantwortlich für den Maschinenpark, für die technischen Angelegenheiten und für die Tiere. Gemeinsam kümmern sich die beiden um die Weingewinnung. Das Paar hält sich nicht wie die meisten Bauernfamilien an die klassische Rollenverteilung. Und so sind die Leute im Dorf manchmal verwirrt, wenn statt Roman Valérie an den Versammlungen erscheint.
Valérie arbeitet an fixen Wochentagen bei der Helvetas. Meistens ist sie deshalb am Dienstag und am Donnerstag abwesend. Roman kann als selbständiger Unternehmensberater seine Arbeitszeiten gut einteilen und so stellt er sich auf die Ausserhaus-Tätigkeit von Valérie ein. Der Rest der Woche wird meistens relativ spontan geplant. Weil in der Landwirtschaft bei der Arbeitsplanung auch das Wetter eine wesentliche Rolle spielt, muss die Arbeit oft kurzfristig geplant werden. Seitdem ein Lehrling da ist, wird mehr geplant und folglich ist auch mehr Stabilität da. Dies ist ein positiver Nebeneffekt für die ganze Familie. Die Kinder begleiten ihre Eltern sehr oft bei der Arbeit. Roman ist es ein grosses Anliegen, sich Zeit zu nehmen für die Kinderbetreuung und er setzt dies so oft wie möglich in die Wirklichkeit um.

Lesen Sie weiter in WENN PAARE UNTERNEHMEN FÜHREN – in Handbuch von
Lianne Fravi und Bettina Plattner-Gerber

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