Porträt 3. Die Kunstmanager: Dr. Christa und  Wolfgang Häusler

Porträt 3. Die Kunstmanager: Dr. Christa und Wolfgang Häusler

Über das Paar
Christa und Wolfgang haben sich 1980 im Museum kennengelernt. Sie war – damals Studentin der Kunstgeschichte – dort als Assistentin angestellt und er war bei einer Bank tätig. Der gemeinsame Nenner der beiden war das Interesse und die Begeisterung für die Kunst. 1981 haben die beiden geheiratet. Sie haben einen Sohn (1983, Studienabsolvent Theater- und Wirtschaftswissenschaften).
Als Mutter hat Christa zuerst jahrelang freiberufliche Tätigkeiten von zu Hause aus erledigt. Im Laufe der Zeit verstärkte sich bei Wolfgang der Wunsch, in den Kunsthandel einzusteigen und damit seine Erfahrungen aus dem Finanzbereich und seine Leidenschaft für die Kunst zu verbinden. So kam das Paar mehr und mehr ins Gespräch über Kunst, und Christa begeisterte sich immer mehr für dieses gemeinsame Thema. Aus einer ursprünglich losen Zusammenarbeit mit freiberuflichen Einsätzen und ersten gemeinsamen Projekten wurde eine gemeinsame Unternehmertätigkeit, welche Christa und Wolfgang heute nicht mehr missen möchten.

Über das Unternehmen
Seit 1993 sind Christa und Wolfgang Häusler gemeinsam mit dem Unternehmen Häusler Contemporary selbständig erwer-bend. Die Galerie für zeitgenössische Kunst hat Sitze in Mün-chen und Zürich. Christa und Wolfgang vermitteln zeitgenössi-sche Kunst an private Sammler und Unternehmen, betreuen Kunstsammlungen und sind in der Beratung und im Kunstma-nagement tätig. Aus der Projektarbeit im Bereich Kunst und Architektur entstanden hochrangige Auftragswerke, unter anderem von James Turrell, Hamish Fulton und Keith Sonnier. Die langjährige Zusammenarbeit mit diesen Künstlern prägt denn auch das Programm der Galerie, das auf internationale zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt Konzeptuelle Malerei, Zeichnung und Skulptur ausgerichtet ist. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei künstlerischen Positionen der 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel Bill Bollinger, Richard Allen Morris oder Peter Young.

Das Führungsduo im Fokus
Christa kam am Anfang fast wie eine Aushilfe zu ihrem Einsatz und erwähnt eine bei Paaren typische Situation: „Ich glaube, das ist sehr oft so bei Paaren: Die Firma braucht etwas und der Partner kann das Verlangte liefern. Es gäbe sicher auch jemand anderen, der das liefern könnte, aber in diesem bestimmten Augenblick ist es einfach naheliegend, dass man zuerst den Partner fragt. Der hat das Know-how und der macht das auch. Das macht natürlich auch Freude. Christas Mann Wolfgang will diese Aussage nicht stehen lassen, ohne sie durch einen anderen Gesichtspunkt zu ergänzen: „Das alles hat aber zusätzlich den absolut zentralen Vorteil des Vertrauens. Es geht um mehr als nur um den Umstand, dass der Partner gerade da ist und man ihn beiziehen kann. Es ist auch eine Sache des Vertrauens und der Sicherheit. Das Vertrauen und die Sicherheit waren bei uns sehr stark vorhanden. Wenn meine Frau etwas gemacht hat, dann habe ich gewusst, dass es funktioniert.“ – Und nicht nur das. Bei Häuslers spielt die gegenseitige Ergänzung eine grosse Rolle und das Paar profitiert von Synergien. Er ist viel stärker im Einzelkontakt, während sie in der Gruppe, also zum Beispiel in der Kommunikation allgemein oder in Vorträgen, stark ist.
Was dem Unternehmer- und Ehepaar Häusler über die Jahre am meisten Schwierigkeiten bereitet hat, ist die ständige Ver-mischung von Geschäft und Privatleben. Ein weiteres Konflikt-thema ist die Trennung der Kompetenzen. Fragen wie „Wie sehen uns die Mitarbeitenden?“, „An wen sollen sie sich in welcher Situation wenden?“ etc. tauchen immer wieder auf und sorgen für Spannungen.

Lesen Sie weiter in WENN PAARE UNTERNEHMEN FÜHREN – ein Handbuch
von Lianne Fravi und Bettina Plattner-Gerber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.